Der Tod macht auch vor Männern wie Vadim Glowna nicht halt
2012
…leider.
Ich hätte gedacht, er mache Ausnahmen.
Ich hatte die Ehre und das Vergnügen, Vadim als meinen Vater im 90-Minüter ( scheussliches Wort, schreckliches Deutsch, wird nicht ins Protokoll genommen , bitte) von “Soko Kitzbühel” im vergangenen September kennenzulernen. Ich glaube, er ist mein Lieblingsvater.
Nach Drehschluss wechselten wir den einen verschwörerischen Blick, der uns stets im “Sporthotel Riesch” enden liess. Dort sah man uns gerne, mich, weil ich klasse aussah, und Vadim, weil man ihn kennt ( und er dazu noch klasse aussah ). Wir bekamen immer einen Tisch, auch wenn es schier nicht zu machen war…
Wir saßen draussen und direkt an der Strasse. Vadim pflegte zu sagen : “Das machen die extra. Damit man uns sieht”.
Ich mochte meinen Vater sofort. Nach achtundvierzig Jahren.
Der Weisswein im “Riesch” ist herrlich! Das liegt bestimmt an den vielen Sportlern im “Sporthotel”.
Ich muss es zugeben : die Abende mit Vadim Glowna waren das Bemerkenswerteste an Kitzbühel. Ich fand den Ort irrsinnig traurig. Weiss auch nicht, ich sah lauter unglückliche Gesichter ( auch mächtig aufgedunsen – das kommt vom Bergklima ) die in kolossalen Karossen die engen Strassen quälten , das der Rollsplit nur so flirrte.
“Kitz” eben.
Ich erzählte Vadim von meiner Beobachtung. Er sagte: ” Ah ja? Also…hier ist es doch ganz nett” Er meinte unsere abendliche Feierstunde- und hatte Recht.
Es war eine Wonne mit ihm vor der Kamera zu stehen. Kein Mann der Diskussionen. So einen Vater hätte ich gerne gehabt.
Aber ich hatte ihn ja.
Nur zu kurz.
Verdammt.
Adieu.
