Fünfundzwanzig Sonntagsfragen

Apr
2007
21
Tonio Arango in der Berliner Morgenpost

Berliner Morgenpost, 15.04.2007

Heute ist Sonntag. Wo wachen Sie auf?
Neben Frau Schlüter. Am Meer.

Was liegt auf dem Nachttisch?
Ein Foto von Lara. Eine Flasche Amarone, Zigaretten, eine halbe Cohiba.

Und wer liegt neben Ihnen?
Frau Schlüter.

Was fehlt zu Ihrem Glück?
… möchte nicht unverschämt wirken, aber ein Ford Mustang wäre nett.

Sind Sie ein Sonntagskind oder haben Sie sich erkämpft, was Sie sind?
Habe immer gekämpft, bis ich erkannte, dass ich ein Sonntagskind bin, immer eines war.

Sonntagsläuten – Wenn ich es höre, denke ich…
an glückliche Tage meiner Kindheit, Knack und Back-Brötchen, ich sitze vor der Musiktruhe meiner Eltern.

Und welche Musik werden Sie heute hören?
Erhebendes: Sinatra-Schönholzer-Bill Evans-Knef.

Wann haben Sie zuletzt gebetet? (Verraten Sie uns, um was?)
Gestern. Um Vergebung meiner Dummheit. Und einen Ford Mustang, Bj. 66.

Gott ist…?
Alles. Gott ist Liebe. Alles ist Liebe.

Der Mensch ist…?
Alles. Gott sei Dank weiß er es nicht.

Sonntagsbraten – Der Duft löst bei mir…
… gemischte Gefühle aus. Mein Vater liebte gegrilltes Hühnerfilet: trocken, zäh, Reis. Um 20 Uhr die Tagesschau.

Familie ist…?
… eine schöne Idee.

Heimat ist…?
… ein Ort, um eine schöne Idee zu verwirklichen.

Deutschland bedeutet mir…?
… den Geruch märkischen Sandes. Einmalig! Ein Teil meiner Herkunft. Leider auch: Deutschland sucht den Superstar.

Wen laden Sie zu Ihrem letzten Mahl und was wird serviert?
Alle, die in meinen 66er Mustang passen. Es gibt gegrilltes Hühnerfilet, trocken, zäh. Wer will, kriegt Reis. Strafe muss sein.

Sonntagsspaziergang – Wohin?
Teufelsberg, Grunewald, bevor die Hunde kommen – oder als Hund verkleidet.

Was war der schönste Weg Ihres Lebens?
Ein Spaziergang mit meinem Bruder in Massachusetts/ USA.

Was war der schwerste Weg Ihres Lebens?
Schaun wir mal…

Ihr bester Freund: Was macht ihn aus?
Keine unnötigen Fragen. Die dicke Nase.

Hat Sie einmal jemand gerettet (und wovor)?
Walter G. Vor der Dunkelheit. Und ein irischer Stand-up-comedian im Fernseher eines Motels in Las Vegas. Vor mir selbst.

Morgen ist Montag – Was erwartet Sie?
“Ich möchte am Montag mal Sonntag haben…”

Woran arbeiten Sie gerade?
Am Leben zu bleiben, ohne es zu merken.

Was können Sie am besten?
Lachen.

Was fällt Ihnen schwer?
Nicht lachen.

Wen möchten Sie diese Woche auf keinen Fall sehen?
Einen humorlosen Autoverkäufer, der mir sagt “Tut mir leid, aber die Mustangs sind alle.”

Aus der Berliner Morgenpost vom 15. April 2007