THEATER

Das Verhältnis von Macht und Moral, die Vermischung von Liebe und politischer Intrige, blutige Geschäfte - dieses Schlachtfeld von Politik, Religion und Erotik scheint auch nach Jahrhunderten nichts von seiner Brisanz verloren zu haben. Aus einer tiefen Skepsis gegenüber der Möglichkeit moralischen politischen Handelns entwarf Schiller diesen zeitlos aktuellen Polit-Thriller, in dessen hochpolitischen Konflikt sich Privatismen, Begehren, das Ringen um Anerkennung und Machthunger mischen und die fragwürdige Fähigkeit des Menschen zu Macht und Gerechtigkeit jenseits persönlicher Eitelkeit. Zwei Frauen, die eine in wirklicher Gefangenschaft, die andere in der Gefangenschaft, abhängig sein zu müssen von der Meinung ihres Volkes. Maria Stuart, Königin von Schottland, beschuldigt des Ehebruchs, des Mords, des Hochverrats, als Schutzsuchende nach England geflohen, dort nach einem zweifelhaften Prozess zum Tode verurteilt, lebt seit neunzehn Jahren in englischer Gefängnishaft, zwischen Hoffnung auf Rettung und Gnade durch Elisabeth, die mächtige englische Königin, ähnlich vereinsamt wie Maria, und am Abgrund zwischen Gefühl und Staatsräson, zwischen menschlicher Verletzlichkeit und Härte der Politik.

Tonio Arango als Er in der Uraufführung „Lenya Story - Ein Liebeslied - Ein Liebeslied“ von Torsten Fischer und Herbert Schäfer, Kammerspiele der Josefstadt

"Surabaya-Johnny", die Rache-Vision der "Seeräuber-Jenny", der "alte Bilbao-Mond" und der "Moon of Alabama" ... Generationen von Europäern und Amerikanern wies Lotte Lenya den "Weg in die nächste Whisky-Bar". "Ich hatte nie Gesangsunterricht. Wissen Sie, jede Wienerin kann singen. Es liegt ihr im Blut, wirklich."

"Warum ich mich verkauft habe? Weil ehrliche Arbeit mir niemals den Luxus erlaubt hätte, nach dem ich mich so sehnte. Dabei bin ich weder verderbt noch neidisch, ich wollte nur die Freude, die Genüsse und die Feinheiten einer eleganten und kultivierten Umgebung kennenlernen." (Marie Duplessis, Vorbild für Die Kameliendame)

Mit dem Stück Die kleinen Füchse (1939) wurde die Amerikanerin Lillian Hellman zu einer der erfolgreichsten Theater- und Drehbuchautorinnen der 40er Jahre. Fast ein Jahr lang wurde ihr Drama am Broadway gespielt, um schließlich zwei Jahre später – mit Bette Davis in der Rolle der Regina – verfilmt zu werden. Die Kinoadaption des spannungsgeladenen Familienzwistes erhielt insgesamt neun Oscarnominierungen.

THEATER | TONIO ARANGO